Never Mail me: Hunny
Zoom in and out

We do not stop playing because we grow old, we grow old because we stop playing!
Benjamin Franklin

Inspiration

Ich zähle hier ein paar literarische und cineastische Werke auf, die Spielleiter von Pen&Paper Rollenspielen inspirieren und Anfängerspieler einstimmen können.

Entschuldigt bitte das kladdenhafte Erscheinungsbild mit spartanischem Layout. Es handelt sich hierbei um einen Schnellschuss in Ergänzung zu meiner Spielersuche, aber ich plane den Ausbau für eine allgemeine Nutzbarkeit.

Glorantha - "Sachbuch"

Greg Stafford & Friends

Glorantha, das deutsche Buch - Ein Geschichtsbuch

Es ist einfach so: Wenn du HeroQuest oder RuneQuest auf Glorantha spielst, und du (oder deine Spieler) nun einmal auf deutsches Material angewiesen bist, ist dieses Buch wohl das beste seiner Art... weil ja auch fast das einzige auf deutsch. Dieses Buch ist genau das richtige, damit der Spieler sich einen Überblick verschaffen kann. Hier kann er den Hintergrund seines Volkes nachlesen, den er sonst nur vom Spielleiter immer wieder erzählt bekommt und bis zur nächsten Sitzung wieder vergessen hat. Das Buch beginnt in dem Kapitel "Kosmologie" mit einem Abriss der Entstehungsgeschichte bis zum Beginn der Zeit samt Nennung der Zeitalter und kurzer Beschreibung beteiligter Gottheiten. In "Geschichte" werden kurz die ersten Jahrhunderte abgehandelt, die meist aus Sicht der Spieler ja auch die letzten zurückliegenden Jahrhunderte sind. Es folgen Hauptkapitel für alle wichtigen Landstriche, mit Unterkapiteln zu den darin befindlichen Völkern und politischen Fraktionen. Dabei ist der Schwerpunkt das Dritte Zeitalter. Vielleicht gibt es auch den örtlichen Schwerpunkt Mittel Genertela. Also Geschichte, Politik, Kultur werden alle gut beschreiben. Die mystische Welt kommt etwas zu kurz, was sehr schade ist für eine Welt wie Glorantha. Aber dafür müsste das Buch dann auch doppelt so dick sein.

Die wichtigsten Helden und Führer werden namentlich genannt und beschrieben. So lernen wir auch z.B. Arkat, JarEel, Takenegi, Kallyr, Minaryth kennen. Es gibt Zwischenkapitel, die die Älteren Rassen (u.a. Elfen, Zwerge, Trolle, ...) zum Thema haben.

Ich identifiziere noch zwei negative Kritikpunkte, die aber irgendwie auch verschmerzbar sind: 1) Das Fehlen von Übersetzungshinweisen zu Eigennamen, da es im Deutschen wirklich oft sehr holprig klingt und die Rückübersetzung nicht immer gleich einleuchtet. 2) Das Fehlen eines Indexes.

Für meine Spieler: Nicht bei Amazon bestellen, ich besorge es für den Schnäppchenpreis von 5 € + Versand! Dabei handelt es sich um ein "richtiges Buch", gebunden also, mit Hardcover. Zwischen den Deckeln befinden sich fast 300 Seiten mit dichtem Text, Karten und schönen Illustrationen.

Gloranthan - Fiction

Penelope Love

Penny wrote two wonderful books, The Widows Tale and Eurhol´s Vale & Other Tales. I may write more here later, for now I would ask you to follow the link given.

John E. Boyle

Queen's Heir: The Children of Khetar

This novel is not officially connected to Glorantha. I do not know why, perhaps there are legal matters? But if you read it, you know how to substitute names of gods, people and places in this first part of Boyle’s trilogy (or so I hear), so that now we talk about Heortlings, Sartar heritage, Orlanth and Humakt, the Lunar Empire, Prax and Pavis, the Battle of Moonbroth, Telmori and Agimori, Beast Riders... I think you know who are The Children of Khetar, and who is the Heir of which Queen (or King)! I should not give more spoilers here. For gloranthaphiles this is an absolute must-read. Even if you are not, but just a fan of solid and not so mainstream fantasy writing, this might still be your best read in a long time! It was for me.

The way Boyle describes your bond with cults and magic is unique, better than in all fantasy novels I ever read! He is the first one who describes how casting magic and being a cultist feels! Compared to this, other authors write "He cast this spell" in a factual way like in a rule-book!

Can't wait for parts II and III! Mr. Boyle, please!!!
For a description of the style and quality of writing I advise you to find the other reviews on amazon.com: At the time of writing this I can see 5* reviews only, with good reason! The book's website is poor, too bad, but may be there is more to come.

High Fantasy

(Ja, richtig mit "F", auch schon vor der Falschschreibreform.)

Willow, meiner Meinung nach der erste wirklich gelungene Film der modernen Fantasy. Ich weiß nicht warum alles davor so schlimmer Schund war, trotz hervorragender literarischer Vorlagen. Dieser Film enthält und verdeutlicht etliche Elemente der klassischen Fantasy und damit des RPGs: Die Quest (Aufgabe), die einer einfachen Figur auferlegt wird, die so gezwungenermaßen zum Abenteurer wird, dabei Mitstreiter/Anhänger suchen muss, Rätsel lösen, um Artefakte zu finden... was alles nötig ist um dann insgesamt die ursprüngliche Aufgabe zu lösen. Das Ganze in diesem Film mit gut aufgelegten Schauspielern mit viel Humor und Action, kleinen Helden (Willow = Warwick Davis), schillernden Kämpfern (Mad Martigan = Val Kilmer), schönen Frauen (Sorsha = Joanne Whalley), aberwitzigen Monstern mit geradezu klassischem Start: Der Fluss treibt ein hilfloses Menschenbaby in die Gestade des Kleinwüchsigen Volks...

J.R.R. Tolkien

Der Hobbit, um Himmels willen lest nur das Buch, verhunzt euch eure Phantasie (mit Ph!) nicht mit einer so schlimmen Verfilmung! Und selbst beim Buch muss man darauf hinweisen: Den Roman, nicht "Das Buch zum Film"! Der Hobbit ist leichter der Low Fantasy zuzuordnen, ich liste ihn aber hier im Zusammenhang mit dem folgenden Werk.

Der Herr der Ringe, hier kann man Buch wie Filme empfehlen. Allerdings: Erst den Hobbit lesen!!! Etwas klischeehaft zwar geht es hier um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, aber ansonsten kann man an diesem von einem Literaturprofessor (!) geschriebenen Klassiker wohl nichts meckern und braucht nicht mehr sagen. Nur möchte ich jenen nahe legen, die nur die Filme kennen: Das Buch nachholen!

Sword & Sorcery (Schwert & Magie) = Low Fantasy

... unterscheidet sich von High Fantasy dadurch, dass der Protagonist von vornherein der große, starke Held ist. Trotzdem ist er oft tragisch, es geht mehr um ihn und seinen Erfolg, nicht um die Geschicke der Welt...

Robert E. Howard

Fast alles was er schrieb, insbesondere natürlich Conan (Die Bücher sind besser als die Filme, aber auch nicht gerade hohe Literatur) und Kull von Atlantis. Beide spielen zwar auf der Erde wie Howard sie sich vor Äonen von Jahren vorstellt, man kann diese aber auch als reine Fantasywelten ansehen. Hingegen haben folgende zumindest einen historischen Bezug im Hintergrund:

Die Geschichten um den Pikten Bran Mak Morn (England um die Zeit der Römer), sowie

Solomon Kane (Engländer der Elisabethanischen Zeit zeigt sich und seinen Degen in der ganzen Welt), den Sir Francis Drake (Hört. Hört!) den Meisterfechter von Devon nannte. Solomon Kanes Abenteuer haben immer eine kräftige Portion Horror mit an Bord.

Michael Moorcock

Bekannt für seine Geschichten um Elric von Melniboné aus einer Welt, in der ein Held auch immer tragisch ist, selbst wenn, oder gerade weil er ein übermächtiges Schwert schwingt, das ihn aber Verflucht und zum Töten zwingt, weil es Seelen trinkt... Geniale Stories, aber leider nur mittelmäßige Literatur. Der Mann kann nicht so recht schreiben :-( ach, urteilt selbst. Immerhin wurde Elric - respective sein Schwert, mit vielen Namen (Schwarze Klinge, Sturmbringer, Seelenfresser) - auch mehrfach vertont. Ein Beispiel: Black Blade von Blue Oyster Cult. "Es nennt mich seinen Meister, aber ich fühle mich als Sklave!"

Überhaupt sind mächtige Gegenstände - besonders Waffen - mit Intelligenz und eigenem Ego ein beliebtes Thema in High und Low Fantasy. Natürlich Elrics gerade genanntes Schwert Soul Eater (Seelenfresser), aber in gewisser Weise auch Der eine Ring. Elric wird übrigens am Ende von seinem Schwert getötet.

Terry Pratchett

Natürlich!! Aber ich stelle immer wieder fest, dass ihn Leute erwähnen und toll finden, obwohl sie die Originale gar nicht kennen, die hier verarscht werden! Schande! Der Lesespaß erhöht sich ungemein, wenn man sowohl Klassiker der Fantasy (Robert E. Howard, Fritz Leiber, Anne McCaffrey...) als auch Klassiker der Klassik (Shakespear) und auch anderer Genres (Phantom der Oper) kennt, denn immer wieder greift er deren Themen auf und zieht sie herrlich durch den Kakao! Ich erwähne keine Titel, empfehle aber, die Bücher in der Reihe ihres Erscheinens zu lesen. Leider wurde Sir Terry Pratchett mittlerweile von jemandem besucht, DER NUR IN GROSSBUCHSTABEN SPRICHT!

Unzählige weitere....

Vielleicht werde ich hier später mehr auflisten, oder ihr fragt mich, wenn euch Low Fantasy reizt... Diese hat IMHO mehr Potential als High Fantasy, weil der (tragische?) Held im Vordergrund steht, und es nicht immer gleich um das Schicksal der Welt geht... ehrlich, das kann einem auf Dauer auch auf den Keks gehen!

Märchenhaftes

Märchen kann man ganz allgemein empfehlen. Hier möchte ich besonders Anlehnungen an die Motive von Geschichten aus 1001 Nacht erwähnen.

Der Dieb von Bagdad Nur das Original von 1940!!! Ein bedeutendes Beispiel mit einem Helden, der sich mehr auf Geschicklichkeit als auf Muckis verlässt, wie man einen in jeder Abenteurergruppe haben sollte! Ein Film, der zu Recht in der Liste der 10 besten Fantasyfilme aller Zeiten der AFIsteht!! (Oh sorry, da war mir ein Fehler unterlaufen! In der Liste steht der noch ältere Film von 1924 mit Douglas Fairbanks! Ich werde hierzu ein Update machen, wenn ich Zeit habe. Ich kenne nur den aus 1940) Und trotz des Alters kein bisschen eingestaubt!! Da können sich heutige Filmemacher eine Scheibe abschneiden!

In die gleiche Kerbe hauen mit ähnlichen Motiven: Prince of Persia, Aladdin (mit und ohne Disney), sicherlich noch einige mehr.

Sindbads gefährliche Abenteuer wirkt heute etwas holprig und angestaubt, hat aber auch alle klassischen Elemente eines RPG: Quest, Mitstreiter, Artefakte...

Sternenwanderer (eigentlich Sternenstaub - Stardust - aber die Übersetzung von Filmtiteln ins Deutsche missglückt ja oft) Eine Hexe (hexenhaft schön und gut: Michelle Pfeiffer) sucht verzweifelt einen gefallenen Stern, weil man aus deren Blut Lebenszeit destillieren kann, die sie und ihre Schwestern so dringend nötig haben...

Die hier beschriebene Welt (hinter der Mauer) ähnelt insofern meiner Lieblingswelt Glorantha, als dass es ähnliche "Mechanismen" gibt: Wenn ein Schiff fliegen kann, und wenn man dann Netze auswirft und damit Blitze fängt... dann gibt es doch bestimmt auch jemanden, der Blitze brauchen kann und dafür bezahlt. Blitzfischer verdienen gut, aber leben auch gefährlich. Und wenn ein gefallener Stern mühsam darum kämpfen muss, wieder an den Himmel zu kommen... dann ist das eben so! Stell das gefälligst nicht mit deinem albernen Glauben an Naturgesetze in Frage!!! Ein extrem vergnüglicher Film mit bestens aufgelegten Schauspielern, ehrlich!

Der Zauberer von Oz - Dorothy aus Kansas erlebt in ihrer Traumwelt jenseits des Regenbogens ("Toto, this can't be Kansas anymore... we must be over the rainbow!") Abenteuer, die wieder die klassischen Elemente beinhalten. Obwohl als Kinderbuch geschrieben, Lesestoff sowie die erste Verfilmung empfehlenswert als Filmnachmittag für die ganze Familie - ist sowas eigentlich vom Aussterben bedroht?

Shrek! - Ein Oger der nicht annähernd so böse ist wie Oger sein sollten. Ein Sammelsurium aus klassischen und modernen Märchenfiguren in Nebenrollen... Ein Spaß für jung und alt!

Historische Belletristik

Personen und Handlung sind zwar meist frei erdacht, aber der geschichtliche und kulturelle Hintergrund ist aus unserer realen Welt, mit dem ernsthaften Versuch diese zu beschreiben wie er wirklich war. Ohne Elemente der Fantasy, aber dieses Kapitel ist ja auch mit „Inspiration“ tituliert, und die gibt es hier für das Rollenspiel allemal!

Frans Bengtsson

Die Abenteuer des Röde Orm - Unabhängig von Rollenspiel ein unbedingtes muss für jeden, den die Germanen und die Wikingerzeit insbesondere interessieren. Erdacht, ja, aber aus der Feder eines Historikers. Er bringt rüber, wie es sich anfühlt ein Wikinger zu sein! Nie habe ich Geschichte unterhaltsamer gelesen.

Alberto Vazquez-Figueroa

Tuareg - Wo Gastfreundschaft (= Pflicht zum Schutz), Ehre und Verantwortung noch groß geschrieben werden, zerbricht ein Mann genau an dieser Tatsache. Außerdem bringt der Roman dem Leser die Kultur nahe, die dem Buch den Titel verlieh! Unterschätze den rückständigen Turbanträger und dann erlebe wie er dich gnadenlos jagd! Willenskraft wird körperlich spürbar. Schon zuviel verraten! Ein unbedingt lesenswerter Roman ohne Bezug zu dunklen Zeitaltern (spielt im frühen 20. Jahrhundert), aber ich muss ihn hier erwähnen als Beispiel für die hervorragende Beschreibung einer fremden Kultur. Für jeden!!!

Noah Gordon

Der Medicus - Kennt dem Namen nach wohl jeder. Lesen! Und wems gefällt: Folgeromane. Aber irgendwann ist das Thema ausgereizt, vielleicht hat N.Gordon auch zu viel geschrieben, genauso wie Joanne K. Rowling, sorry, aber auch das muss in dieser verpotterten Zeit mal gesagt werden...

Klassiker (Buch wie Film)

Ben Hur (mit dem legendärsten Wagenrennen aller Zeiten, das man übrigens für Star Wars Episode I abgekupfert hat), Cleopatra (Liz Taylor, Richard Burton), Der Untergang des Römischen Reiches pompös, (Sophia Loren, S.Boyd, A.Guiness) El Cid (Charlton Heston, Sophia Loren), Der Glöckner von Notre Dame... Wenn es darum geht das Look & Feel archaischer Epochen zu spüren, sind sie alle gut. Ein paar der neueren sind dafür auch okay: Der Gladiator, Der Adler der 9ten Legion, Der 13te Krieger...

Klassiche Sagen und Mythologie

Griechische Heldensagen

Diese zeichnen sich durch eine ständige Einmischung der Götter in die Affären der Menschen aus. Letztere werden darüber so sauer, dass sie manchmal nicht scheuen, sich mit Ersteren anzulegen. (Ja wirklich, in diesen Sagen sind die Götter meist die Arschlöcher - und trotzdem oft die Sieger. Die Griechen sind die Erfinder der griechischen Tragödie, ach was!) Oft sind die Helden der Geschichten Halbgötter. Häufiges Prinzip: Mystische Probleme werden ideenreich gelöst, oder es wird tragisch gescheitert. Besonders zu empfehlen: Die Argonauten (Die Fahrt der Argos auf der Suche nach dem Goldenen Vlies), Die Odyssee, Perseus' Abenteuer.

Germanische Heldensagen

Oft plumper als die Griechen, aber ein Vergleich hinkt. Germanen haben es häufig mit einem schlimmen Wyrd (Schicksal) zu tun, oder mit übermächtigen und grauenvollen Wesen (Beowulf). Anderswo geht es um Ränkeschmiede, Politik, Macht, Verrat... (Nibelungen, Siegfried)

Nordische Mythologie

Odin, Thor, Loki, Heimdal, Freya, die Nornen, die Walküren... super Geschichten, die kaum jemand kennt! Völlig zu Unrecht! Der ewige Zwist zwischen Göttern (Asen), Riesen und Trollen, die aufstrebenden Menschen bis hin zum Weltuntergang ist nämlich eine sehr spannende und oft auch hintergründige und amüsante Geschichte.

Humor

Monty Python's Jabberwocky ist einer der unbekannteren Filme aus dieser Ideenschmiede, aber IMHO einer der besten! Fiktives Mittelalter. Die Quest: Töte das grausige Monster! Der Abenteurer: Der Anti-Held schlechthin, Angsthase und Schwächling, der ganz Anderes vorgehabt hatte... köstlich mit vieeeel schwarzem Humor... Python eben, die einzigen die sich trauen Blut spritzen zu lassen, damit es lustig wird! Durchsetzt mit dem typischen anarcho-humor: König: „Vorkoster! Was ist das?!“ Vorkoster (probiert vom Löffel des Königs): „Deckenverputz. Zwölftes... n-nein... dreizehntes Jahrhundert!“

Asterix! Ideenreiche Abenteuer. Wer die zuletzt als Jugendlicher gelesen hat, sollte sie unbedingt noch einmal herauskramen!! IMHO Besondere Highlights: Bei den Briten, Als Legionär, Der Seher.

Goscinny sowieso! Z.B. Wenn er als Spielleiter Isnogud "Ich will Kalif sein anstelle des Kalifen" lesen kann, ohne jedes mal Ideen für Abenteuer und Artefakte zu haben, ist er ein armer Wicht! Lange nicht so bekannt wie Asterix, trotzdem aberwitzig!

Musik

Wird leider nicht so oft übersetzt wie für Buch und Film, also naturgemäß nun mal meist englisch, und man muss den Text verstehen können, um wirklich hinter die hier gewünschte Inspiration zu kommen. Tolle Musik ist es außerdem!

Mike Batt

... holt die besten Musiker und Sänger aus Pop und Rock zusammen, quirlt diese dann in ein großes Orchester (nicht kleckern, klotzen! Das dürfen gerne mal die Londoner Symphoniker sein!), um daraus unvergleichliche Klangzauber zu destillieren. Thematisch sind diese oft in Fantasy und archaischer Geschichte angesiedelt, also hier erwähnenswert. Besonders zu empfehlen: Tarot Suite (der Jester = Hofnarr unterhält sich mit anderen Karten des Tarot-Blattes. Mein Lieblingsstück hierbei "Imbecile", in dem der Zauberer und der Narr ihre gegenseitigen geistigen Kapazitäten (an)erkennen - gesungen von Roger Chapman, dessen knarzige Stimme hierzu unglaublich passt!) und Schizophonia (2) ("For Mohammed and Morocco" - The Ride to Agadir. 1977 durfte man es noch archaisch und heroisch-dramatisch klingen lassen, wenn Araber um ihre Freiheit kämpfen.)

Chris DeBurgh

Einiges. Genießt die Dramaturgie von Musik und Text. Wenn es dann noch ein archaisches Thema gibt.... Crusaders, Don't Pay the Ferryman, Spanish Train fallen mir ad-hoc ein, da ist noch viel mehr!!!

Rush

... haben mit 2112 (sprich twenty-one-twelve) ein Konzeptalbum in Richtung "Rückständige Zukunft" hingelegt. Die Priester vom Tempel der Syrinx unterdrücken jede Form der Kreativität und Individualität, woran ihrer Meinung nach die "Ältere Rasse der Menschen" zu Grunde gegangen war...

Black Sabbath

... waren immer in Richtung Horror, Satanismus etc. orientiert. Heute würde man es vielleicht Gothic Hard Rock nennen, damals sprach man noch nicht so.

Emmerson, Lake & Palmer

Einiges Märchenhaftes und Abenteuerliches. Besonders beschreiben sie mit "Pirates" unglaublich eindringlich die Stimmung zum Titel gebenden Thema. Man hört zu und sieht vor seinem inneren Auge tatsächlich die Galleone in Mond beschienener Bucht liegen! Allein die Stimme von Greg Lake! Wahnsinn!

If you've the stomach for a broadside, come aboard my pretty boys!!

Wenn dein Magen eine Breitseite aushält... Jungs, kommt an Bord!

Ich hoffe, der geneigte Leser heutiger Tage weiß überhaupt noch, was eine Breitseite ist und wie das in obiger Zeile gemeint ist!

Nazareth

mit einigen Songs, später mehr, jetzt nur schnell ein Titel: King is dead

Uriah Heep

Arme Wichte seid ihr, wenn ihr nur Lady in Black kennt, und denkt das waren UH. Klar, man muss schon mindestens mein Alter haben, sonst kann man die guten Sachen gar nicht kennen, denn außer eben LiB wird im Radio schon lange nichts mehr gespielt. Ich empfehle alles bis zur ersten Hälfte der 70er. Es geht um Demons and Devils, Magician's Birthday uvm.

Rainbow

Insgesamt hagelt es bei dieser Band nur so Songs mit mystischen Hintergründen... Da holen die Musiker auch schon mal ganze Gewitterstürme aus ihren Instrumenten. Martialische Textzeilen gibt es immer wieder, selbst wenn nur ein Güterzug beschrieben wird:

I'm like a freight train,
I'm feeling no pain,
[...]
I'm steel
So come and try to bend me if you can, hah
I don't feel
Before you know it's over
Get out of my way!

Wirklich alles bis in die Anfänge der 80er ist zu empfehlen, danach wurde Rainbow glatter, kommerzieller Hard Rock - sehr gut noch, aber dann ohne dieses gewisse Etwas. Wie Deep Purple, White Snake, Dio und weitere Bands, die einen großen Pool aus grandiosen Sängern und Musikern gemeinsam erzeugten und sich teilten...

The Gates of Babylon - Noch nie habe ich es mehr als hier erlebt, dass Musik, Gesangstimme und Text zusammen eine derartige Dramatik erzeugen, obwohl es doch "nur" um die Beschreibung einer Stadt geht... Ich kann es 1000 mal hören und begreife einfach nicht warum es mich so ergreift. Das liegt nicht einfach nur an der natürlich zugegebenermaßen Creme de la Creme der Songschreiber und Interpreten aus dem Bereich des melodischen Hardrocks, den sie hier tatsächlich orientalisch klingen lassen! Wieso können die das?! Ich glaube, hier hat jemand mit seiner Seele bezahlt ("Sleep with the devil") um das hinzubekommen. Ihr könnt meine Begeisterung nur verstehen, wenn ihr die Musik hört und den Text versteht.

The power of what has been before rises to trap you within
A magic carpet ride, a genie, maybe more
A city of heavenly sin
Sleep with the devil and then you must pay
Sleep with the devil and the devil will take you away
Oh gates of Babylon

Höre den ganzen Text, und wenn du auch nur den Hauch der Phantasie hast, dir dazu vorzustellen, wie du das Tor zu Babylon durchschreitest, die Wüste und gleißende Sonne im Rücken... ich bekomme dabei eine Gänsehaut! Tut euch den Gefallen und hört es nicht über die Quaker eures Notebooks. (Das gilt übrigens bei allem was ich hier beschreiben habe, ihr Banausen!) Besorgt euch den Song und rauf auf die großen Boxen oder zumindest den guten Sennheiser. Es rummst, aber man muss kein Hardrocker sein, um sich hierfür zu begeistern!

Stargazer - In über 8 Minuten wird hier der Bau eines himmelhohen Turmes für den bösen Zauberer (und Sterngucker) beschrieben - aus der Sicht der armen Sklaven, die die Schwerarbeit hierfür leisten müssen. Erste Zeile: "High Noon, oh I'd sell my soul for water!" Der Pyramidenbau neulich war ein Witz dagegen!! Auch hier wie bei Babylon gilt es: Dios unglaubliche Stimme mit und gegen guten Hard Rock.

Liste

Tja, irgendwann ist Schluss mit Details, obwohl ich noch lange Fortfahren könnte. Ich liste einfach ein paar Namen von Leuten und Bands, die Material dieser Richtung haben und hatten.
Blue Oyster Cult, Hawkwind/Hawklords, Jethro Tull/Ian Anderson, Avantasia